Brüssel avancierte in der vergangenen Woche zum Treffpunkt der weltweiten R-Community: 1200 Teilnehmer aus über 50 Ländern trafen bei der useR! Conference 2017 in der Wild Gallery zusammen und diskutierten die neusten Trends und Entwicklungen rund um die Data-Science-Sprache R.

 

Die Statistik spricht für sich: 6 Keynotes, 212 Talks und 16 Tutorials. Während bei dieser Menge an angebotenen Talks die Wahl zwar schwer fiel, war doch gerade die Vielseitigkeit der Talks eines der Steckenpferde der diesjährigen Konferenz. Schon vorab hat eoda Geschäftsführer Oliver Bracht im Interview festgestellt: „Ich kehre immer inspiriert und noch wissensdurstiger zurück und möchte sofort alles neu erlernte ausprobieren, mein Wissen weiter vertiefen.“

Performance-Boost auf dem Tutorial-Tuesday

Und genau das konnten die Teilnehmer der Konferenz bereits am Tutorial-Tuesday erleben. Neben vielen weiteren besuchten Tutorials kürt Data Scientist Bastian Wießner das Tutorial von Dirk Eddelbüttel zu seinem Highlight der gesamten useR!2017: „Das Tutorial zur C++ Schnittstelle Rcpp hat mir gezeigt, dass ich auch bei vermeintlich kleineren Analysen einen Performance-Boost mithilfe von Rcpp erzielen kann. Bislang war mir dieser Vorteil insbesondere bei größeren Machine-Learning-Algorithmen bekannt.“

Ein kreatives und inspirierendes Umfeld um R-Wissen zu vertiefen

Doch am Dienstag ging es nicht allein um die Tutorials, sondern vor allem ums „Ankommen“: Die Räume werden erkundet (auf den vier hellen Etagen der Wild Gallery galt es, viel zu entdecken), die Sponsorenstände besucht und der eigene Timetable wird final zusammengestellt. Dabei knüpfen Data Scientists, Programmierer und R-Enthusiasten immer wieder neue Kontakte mit anderen Interessierten und finden leicht ins Gespräch: Über neue Pakete, Use Cases und Entwicklungen.

Die folgenden Konferenztage Mittwoch, Donnerstag und Freitag vergingen wie im Flug. Während von Raum zu Raum gewechselt wurde um die spannendsten Vorträge mitzunehmen, konnten die eoda Data Scientists ihr Wissen weiter vertiefen. Dabei war eine klare Tendenz zu erkennen: R ist mittlerweile ein etabliertes Werkzeug von Data Scientists in Unternehmen und längst nicht mehr ausschließlich im akademischen Kontext zu finden. Wie zu erwarten gab es demnach eine große Bandbreite zwischen sehr spezifischen methodischen Themen („Natural Language Processing“) bis hin zu Anwendungsfällen im Business-Kontext („Modelling the environment in R: from small-scale to global applications“). „Viele Talks sind für meine tägliche Arbeit sinnvoll, beispielsweise nehme ich einiges aus dem Talk „Show Me Your Model: tools for visualisation of statistical models“ mit, bei dem Darstellungen von verschiedenen Modellstufen besprochen wurden“, sagt Ferdinand Schirrmeister.

Dass R mehr ist als eine typische Programmiersprache zeigte sich auch in weiteren Vorträgen und besonders in den Lightning Talks. Hier bewiesen viele Speaker Humor und Kreativität – Beiträge wie „R in Minecraft“ und „Candy Crush R Saga“ waren eine willkommene Abwechslung zu den methodischen Vorträgen und besonders in den Nachmittagsstunden und vor dem Conference Dinner sehr gut besucht.

R und die Community – it’s a match

Wie bereits vorab festgestellt war die Community selbst in diesem Jahr eines der Trendthemen der Konferenz: „R-Ladies Global Community“, „Diversity of the R Community“ und „We R what we ask“ – um nur wenige der vielen Talks und Zusammenkünfte der Konferenz zu diesem Thema zu erwähnen.

Der soziale Gedanke steht hier klar im Vordergrund – dadurch hebt sich die useR! von anderen Konferenzen ab: Die Community ist eines, wenn nicht sogar das wichtigste Werkzeug, damit sich R stetig und nachhaltig weiterentwickeln kann. Dieser Gedanke wird in der Keynote von Uwe Ligges mit dem Titel „20 years of CRAN“ mit Leben gefüllt. CRAN, also die Plattform, auf der die R-Pakete hochgeladen und zur freien Nutzung freigegeben werden können, bietet R-Entwicklern einen gewissen notwendigen Standard um produktiv mit R zu arbeiten und erleichtert so immens das Programmieren. Der kollaborative Gedanke steht dabei klar im Vordergrund. Jeder ist eingeladen, eigene Pakete zu entwickeln, zu teilen und zu nutzen.

Die useR!2017 als Status Quo der Community

Die useR!2017 besticht auf der einen Seite durch die vielfältigen Themenkomplexe und ein Update zum aktuellen Stand der Programmiersprache. Auf der anderen Seite bleibt die useR!2017 besonders durch die einmalige und inspirierende Atmosphäre in Erinnerung. Das fand auch Oliver Bracht: „Die useR!2017 war die perfekte Gelegenheit, sich über R zu informieren, auszutauschen und einen Eindruck zu bekommen, was zukünftig alles mit R möglich sein wird.“

Für ein ausführliches Paper mit den Highlights der useR!2017 zum Download:
Hier entlang.

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