Die useR! Conference ist seit über einem Jahrzehnt fester Bestandteil der internationalen R-Community. Nachdem im letzten Jahr die Konferenz in San Francisco ausgetragen wurde, findet sie in diesem Jahr wieder in Europa statt: Brüssel empfängt die R-Community zur größten useR! Conference aller Zeiten. Auch eoda ist vor Ort ­– wir nehmen dies zum Anlass und resümieren gemeinsam mit eoda Geschäftsführer Oliver Bracht über die vergangenen useR! Konferenzen

eoda Chief Data Scientist blickt auf die Entwicklung der useR! Konferenz.
eoda Chief Data Scientist Oliver Bracht blickt auf die Entwicklung der useR! Konferenz.

Oliver Bracht, du warst das erste Mal im Jahre 2011 auf einer useR! Konferenz, damals in Coventry, UK. Seitdem nahmst du bis auf eine Ausnahme an jeder weiteren teil – wie hat sich die Konferenz im Laufe der Zeit entwickelt?

Oliver Bracht: Eine ganz augenscheinliche Entwicklung ist die Teilnehmerzahl. Bei meiner ersten Konferenz 2011 waren etwa 600 Teilnehmer vor Ort. Zu der diesjährigen useR! in Brüssel sind 1.200 Personen angemeldet, das entspricht einer Steigerung von 100 Prozent – in nur sechs Jahren.

Auch wenn die useR! Konferenzen immer einen eher akademischen Hintergrund hatten, ist mittlerweile der Wirtschaftsaspekt zur Data-Science-Sprache R genauso wichtig. Das sieht man zum einen daran, dass nicht nur allein akademische Verlage oder Universitäten die Veranstaltung unterstützen, sondern auch Unternehmen im Rahmen eines Sponsorings aktiv an der Konferenz mitwirken. Zum anderen sieht man es aber auch an den Talks. Mittlerweile gibt es ganze Tracks mit der Ausrichtung auf Use Cases im Business Kontext. Das spiegelt sich auch im Publikum wider: Vom Doktoranden über den R-Anfänger bis zum erfahrenen Data Scientist, aus unterschiedlichen Fachbereichen und Unternehmen – das Teilnehmerfeld der useR! ist so heterogen wie die Veranstaltung selbst.

Parallel zu der Veranstaltung selbst hat sich auch die Community verändert, ist größer und diverser geworden. Ich nehme hier schon einen Wandel wahr. Mittlerweile hat sich der Beruf vom reinen Statistiker hin zum Data Scientist entwickelt, das bringt eine höhere Interdisziplinarität mit sich.

Auch der Rahmen selbst hat sich natürlich weiterentwickelt, so gibt es beispielsweise immer wieder neue Formate, die die Veranstaltung noch interessanter machen. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Konferenz 2013 in Albacete, Spanien, bei der wurden die Lightning Talks eingeführt, das war ein großer Erfolg. In diesem Jahr gibt es beispielsweise Live-Übertragungen.

Was verbinden Sie ganz konkret mit den Konferenzen und was unterscheidet insbesondere die useR! Konferenzen von anderen Data-Science-Konferenzen?

Der ganz klare Fokus auf R steht hier natürlich im Vordergrund. Ich bin davon überzeugt, dass die R-Community mit der useR! Konferenz einen Treffpunkt gefunden hat, der wichtig ist, um die Community am Leben zu halten. Dafür ist die useR! Konferenz elementar. Dabei geht es zwar auch um den Wissensaustausch zu neuen R-Paketen oder zu weiteren Entwicklungen bezüglich R. Aber zwischen den Sessions unterhalte ich mich gerne mit Gleichgesinnten und sehe Bekannte wieder, die ich auf vorherigen useR! Konferenzen kennengelernt habe.

Der Fakt, dass die Konferenz immer an unterschiedlichen Orten weltweit stattfindet, macht die Konferenz auch einmalig: Letztes Jahr Stanford, dieses Jahr Brüssel und nächstes Jahr tourt die Konferenz weiter nach Australien. Das Organisationsteam nutzt jedes Jahr gekonnt die Chance, auch die Einflüsse der jeweiligen Städte und Länder in das Konferenz-Programm zu integrieren. So habe ich beispielsweise schon spanische Live-Musik und dänisches Hammerwerfen erleben dürfen und werde mich in diesem Jahr an einem belgischen Beer-Tasting versuchen.

Doch auch was die Themen angeht, ist die useR! Konferenz ein Pflichttermin für alle Open-Source-Nutzer: Vertiefende Tutorials, spannende Case Studies, die Themen sind immer aktuell.

Welche Themen sind denn auf der kommenden useR! Konferenz besonders gefragt?

Vor der useR! Haben wir bereits einige Trends identifiziert und stellten fest, dass besonders Shiny ein großes Thema ist. Im Business-Track ist besonders der Bezug zu R in produktiven Environments interessant und beliebt – auch eoda Data Scientist Andreas Prawitt wird dazu einen Talk halten. Auch dieser wird übrigens live gestreamt, so kann er auch von denen gesehen werden, die leider nicht die Möglichkeit hatten, die ausgebuchte Veranstaltung zu besuchen.

Oliver Bracht, wenn Sie die useR! Konferenz kurz zusammenfassen müssten, wie sähe das aus?

Die useR! Konferenz ist ein Pflichttermin für alle Data Scientists und R-Programmierer. Hier kann endlich über Themen gesprochen werden, die im Alltagsgeschäft untergehen. Ich kehre immer inspiriert und noch wissensdurstiger zurück und möchte sofort alles neu erlernte ausprobieren, mein Wissen weiter vertiefen. Eine Woche geballte R-Power in Kombination mit interessanten Kontakten – das sollte sich kein Data Scientist und R-Enthusiast entgehen lassen.

eoda freut sich die useR! 2017 als Goldsponsor unterstützen zu dürfen. Neben dem Stand im dritten Stock, der die unterschiedlichsten Use Cases von Data Science in Form eines Wimmelbildes thematisiert, ist eoda auch mit zwei Talks vertreten: Data Scientist Oliver Bracht hält einen Vortrag mit dem Thema „Beyond Prototyping: Best practices for R in critical enterprise environments“ und Data Scientist Andreas Prawitt stellt einen Use Case vor :„The use of R in predictive maintenance: A use case with TRUMPF Laser GmbH“. Auf Twitter gibt das Team vor Ort Einblicke zur Konferenz.

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